11. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 18. November 2010 bis 7. Januar 2011

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 18. November, 18 Uhr

Berner Bär vom 18./18. November 2004

Kunst-Supermarkt
Kunst «en masse»

Zum 5. Mal in Folge findet in Solothurn der Kunst-Supermarkt statt. In diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung von 93 Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Werke während 7 Wochen zeigen. In jeweils vier Preiskategorien zwischen 99 und 599 Franken.

Als im Jahre 2000 die vom deutschen Marburg übernommene Idee eines Kunst-Supermarkts in Solothurn realisiert wurde, und zwar marktschreierisch, nach allen Regeln der Marktwirtschaft, ging ein ebensolcher Aufschrei durch die Reihen der Galerien. Schweizweit wurde die neue Form, Kunstwerke in grosser Zahl dem breiten Publikum zu präsentieren, in den Medien diskutiert, begrüsst und vor allem kritisiert. Diese Reaktion freute den Organisator Peter-Lukas Meier, der in Solothurn als Verleger und Herausgeber von verschiedenen Print-Medien tätig ist, und mit Kunst «keine professionelle Affinität» hat, wie er sagt. Auch wenn nicht Massenware, sondern ausschliesslich originale Unikate verkauft werden, damit aber aggressiv geworben und mit transparenten Preisen gehandelt wird, sind die Kritiken nicht verstummt.

Schwellenangst abbauen
«Die Idee ist genial», schwärmt Peter-Lukas Meier, «wir können Kunst öffentlich machen und dem Normalbürger einen Zugang zu Kunstwerken ermöglichen.» Traditionelle Kunst findet ja üblicherweise nur in einem geschlossenen Rahmen statt, der hier nun gesprengt wird. Die grosse Zahl an Werken (jeder Künstler ist verpflichtet, mindestens 10 Werke zur Verfügung zu stellen), bildet auch eine gewisse Hürde: Die Zahl ist gross und Heimwerker und Handwerkskünstler dürfen ohnehin nicht mitmachen.

Chance auch für regionale Künstler
Wie in jeder Stadt gibt es auch in Solothurn zahlreiche in der Region bekannte Künstler, die den nationalen Sprung noch nicht geschafft haben. Gerade für diese Künstlergruppe ist die Plattform von grosser Bedeutung. «Der Verkauf hat manchmal, aber nicht immer nur mit Qualität zu tun. Manche Künstler können sich nicht verkaufen. Dabei helfen wir ihnen nun. Sie erhalten ein neues Publikum, neue Kontakte, das kann nur nützlich sein», erklärt der Organisator seine Motivation.
Über 50% der 93 ausstellenden Kunstschaffenden sind Schweizer. René Kleeb, Barbara Hodel oder Erika Hörenberg aus dem Bernbiet werden wohl, wie alle anderen auch, im Durchschnitt für 10000 Franken Werke verkaufen. Tatsächlich eine enorme Zahl! Die Diskussion über den Supermarkt werden wohl nicht verstummen.

Ursula Pinheiro-Weber