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Solothurner Tagblatt vom 5. Januar 2002
Kunst-Supermarkt
Die Musen haben Feierabend
Heute ist Verkaufsschluss im Kunst-Supermarkt. Organisator Peter-L. Meier ist zufrieden. Und will weitermachen: Im Herbst startet der nächste Markt. Wohl nicht mehr im heiss umworbenen Besenval.
Fabian Schäfer
Er machte das Palais zum Supermarkt. Und fands «genial». Peter Lukas Meier schwärmt: «lm Besenval war es für uns genial.» Im schmucken Palais an idealer Lage konnte Meier im November den zweiten Kunst-Supermarkt eröffnen. Bisher haben rund 25000 Leute rund 1500 Bilder gekauft, rechnete Meier gestem vor. Heute lädt er letztmals ein, in Bilderbeigen zu wühlen und das Passende à 99, 199, 399 oder 599 Franken zu shoppen. Um 17Uhr schliesst Meier die Türen Schluss mit der musischen Schnäppchenjagd.
Und am 21. November dieses Jahres gehts wieder los: Meier lädt dann zum 3. Kunst-Supermarkt in Solothurn, wie er gestern bestätigte. Ende Januar will er den Anlass wieder in der «Revue Schweiz» ausschreiben, die sein Rothus Verlag herausgibt. Dann können sich erneut Kunstschaffende melden, die Werke im Supermarkt verkaufen und dafür jeweils zehn Bilder in den vier Preiskategorien liefern wollen.
350000 Franken Umsatz
Wenige Tage vor dem zweiten Supermarkt war er unsicher, ob er den Anlass noch ein drittes Mal in Solothurn wird veranstalten können. Jetzt ist Meier sicher bestärkt durch den Erfolg: Heuer konnte er 1500 Werke verkaufen, letztes Jahr warens noch rund 1000. Dem entspricht auch die Umsatzsteigerung von rund 250000 auf rund 350000 Franken. «Ja», sagt Meier, «wir kommen raus.» Aber nur, schiebt er sofort hinterher, weil er dank seines Verlags Vorteile nutzen könne, weil er zum Beispiel Inserate und Grafik nicht bezahlen müsse und sich selbst keinen Lohn. «Man verdient keine Millionen», beteuert Meier, «hätten wir zum Beispiel nur tausend Bilder verkauft, dann wäre es sehr eng geworden.» Eng wärs auch geworden, fügt er noch an, wenn er für alle Leistungen hätte bezahlen müssen, die seine Firma, der Rothus Verlag, erbrachte.
Im Besenval wirds eng
Und deshalb, weil eben nicht irgendein Privater einen derartigen Anlass organisieren könne, braucht sich Peter-L. Meier auch nicht vor Konkurrenz zu fürchten. Er kann in aller Ruhe den dritten Supermarkt planen. Meier und sein Team haben nun schon die Erfahrung zweier Anlässe, die Investitionskosten für die kommenden Jahre sollten tiefer liegen, einige Kunstschaffende haben sich schon gemeldet es sieht gut aus.
Nur: Der Standort ist unklar. Das Besenval wird kaum mehr zur Verfügung stehen - angesichts der Pläne und Ideen wirds im Palais langsam eng. «Dieses Haus ist kulturell sehr wichtig», lässt Meier den Kanton als Hausbesitzer wissen, man solle hier Platz für die Kultur freihalten. «Was, wenn dieser Raum wegfällt?», fragt er und antwortet selber: «Das wird weh tun.»
«Ich möchte unbedingt in Solothum bleiben», betont Meier, «aber wenn ich keine geeigneten Räume finde, wäre ich natürlich gezwungen zu gehen.» Geeignet wäre wohl auch die Reithalle, schätzt er, man werde entsprechende Kontakte knüpfen. «Aber ich denke, auch sonst werden in Solothum laufend wieder neue Räume frei.» Meier ist optimistisch. «Schliesslich organisieren wir unterdessen einen etablierten Anlass.» Einen Anlass immerhin, der Tausende nach Solothum lockte zwei Drittel davon, schätzt der Supermarktchef, kamen nicht aus der engeren Region.
5000 Werke im Angebot
Rund 5000 Bilder standen in Solothurn zum Verkauf. Heute Abend, wenn der Rummel vorüber und das letzte Bild verkauft ist, werden Peter L. Meier, sein Team und die Kunstschaffenden gemeinsam ein Abschlussfest feiern. Und ab Montag macht sich Meier an die Redaktion der «Revue Schweiz», wo er auch schon die Inserate für den nächsten Kunst-Supermarkt platzieren wird. |
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