11. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 18. November 2010 bis 7. Januar 2011

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 18. November, 18 Uhr

Solothurner Tagblatt vom 17. November 2005

Kunst-Supermarkt
5000 Unikate ab 99 Franken locken


Noch immer umstritten, zieht der einzige Schweizer Kunst-Supermarkt dennoch immer mehr Kunden in seinen Bann. Während 49 Tagen sind rund 5000 Bilder von 75 Künstlern aus 14 Nationen günstigen zu kaufen. Zeitgleich mit Berlin und Frankfurt wird heute um 18 Uhr im Palais Besenval der 6. Schweizerische Kunst-Supermarkt durch Kantonsratspräsident Ruedi Lehmann eröffnet. Gleich im Anschluss könne man den sogenannten «Flohmarkt-Effekt» beobachten, sagt Peter-Lukas Meier, der Leiter des Kunst-Supermarktes: «Die Leute hetzen zu den Tischen in der Angst um ihr Schnäppchen.» Nach den ersten zwei Wochen lasse das Interesse etwas nach  bis zu den Freitagen vor Neujahr.

Der Name ist Programm
Solothurn beherbergt, nach Verkaufszahlen bemessen, den erfolgreichsten Kunst-Supermarkt: Im vergangenen Jahr gingen 2500 Werke über den Ladentisch, mehr als in Berlin und Frankfurt. Das Marketingkonzept sei dem eines Supermarktes nicht unähnlich, sagt Peter Lukas Meier. Wie im Supermarkt werde zu günstigen Preisen und klaren Konditionen eine grosse Auswahl geboten. Allerdings mit dem gewichtigen Unterschied, dass in der Masse durchaus Klasse stecke: «Jedes zum Verkauf stehende Werk ist einmalig, ein Unikat.» Mit diesem Konzept lasse sich bei einigen Kunden eine «Schwellenangst» abbauen. «Man braucht keine Angst zu haben, dass einem ein schwarzer Fleck an der Wand erklärt werden wird», so Meier.

Entsetzter Kunstsammler
Kunst wie bei Aldi anzubieten, sei unseriös und verwerflich beschwerte sich ein Galerist aus Zürich, dessen Name Meier nicht nennen möchte. Die Künstler würden ausgenützt und müssten ihre Werke zu Dumpingpreisen anbieten. Kritik von dieser Seite ist für Verleger Meier nicht neu: «Als wir anfingen, brachten wir einige aus der Solothurner Kunstszene auf die Palme. Heuer ist fast nichts mehr aus dieser Ecke zu vernehmen.» Den Vorwurf der Unseriösität quittiert Meier mit einem Lächeln; und der Erfolg gibt ihm recht: Zusammen mit dem Kunsthistoriker und Initiator des Kunstsupermarktes in Deutschland, Mario Teres, wählte Meier aus diversen Zuschriften 75 Künstler aus. Im vergangenen Jahr zogen 93 Künstler mit rund 6000 Werken etwa 35000 Personen an. Doch das auf zwei Stockwerke ausgedehnte Angebot sei zu gross gewesen, weshalb sie sich nun auf 75 Künstler beschränkten, die je 10 Bilder pro Preiskategorie anbieten.

99,199, 399, 599 Franken
Für Künstler rechne sich ein «Auftritt» durchaus. Mit der günstigsten Kategorie werde in erster Linie die Kundschaft angezogen; in der Hoffnung, die Kunden liessen sich auch von einem teureren Werk hinreissen. Zudem können sich viele lokal bekannte Künstler so einem grösseren Publikum präsentieren. Dieses stammt denn auch bloss zu 20 Prozent aus der Region Solothurn, wie die letztjährige Umfrage ergab. 50 Prozent des Verkaufspreises gehen auf dem Supermarkt an die Künstler, was durchaus Galeristenbedingungen entspreche, sofern man mit Vollkosten rechne. Zwei Tage nach Supermarktende beginnen die Umbauarbeiten im Palais Besenval.

Yves Demuth