11. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 18. November 2010 bis 7. Januar 2011

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 18. November, 18 Uhr

Solothurner Tagblatt vom 22. November 2002

3. Schweizer Kunst-Supermarkt
Kunst im Sonderangebot


Gestern war Vernissage des mittlerweile dritten Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn. Die Lust auf und der Hunger nach günstiger Kunst scheint gross, der Auflauf im Palais Besenval war enorm.

Nicht nur die Apéro-Häppchen vom „Gallo Nero“ waren gestern Abend im Nu weg, auch einige Bilder-Schnäppchen wurden im Palais Besenval bereits gemacht. Peter-Lukas Meier vom Solothurner Rothus-Verlag hatte zum dritten Schweizer Kunst-Supermarkt ins kulturbewusste Aarestädtchen geladen. Und die Leute kamen in Scharen. Schnappten sich einen Einkaufswagen uns standen sich auf der Jagd nach erschwinglicher Kunst zwischen Bilderkästen und Staffeleien die Zehen platt.

„Kritik gibt uns Motivation“
Dabei waren die bisherigen Kunst-Supermärkte in der örtlichen Kunstszene durchaus nicht unumstritten. „Stilbrüche gabs aber bereits zur Zeit der strengen Ägypter“, zog Meier an der Vernissage einen gewagten Vergleich und bedauerte, dass die Szene Mühe habe, sich auf Neues einzulassen, und nicht einmal mit ihm habe diskutieren wollen. „Doch auch das hat uns motiviert weiterzumachen. Die Qualität der ausgestellte Werke ist ausgezeichnet.“ Noch bis am 11. Januar stehen rund 3500 Werke von 67 Künstlern aus 12 Nationen zum Kauf bereit. Die Preise der Unikate belaufen sich auf 99, 199, 399 oder 599 Franken. Die Bilderrahmen kosten zum Teil extra.

Fachsimpeln ist möglich
Neben einigen Skulpturen lachen und Konsumenten im Palais Besenval vor allem Wandbilder entgegen, und die Vielfalt ist beeindruckend. Ob variantenreiche „Fischstäbchen“ - Installationen von Jürgen Schempp (CH), selbst geschöpfte Gemälde auf Papier von José Vidal, wobei die Leinwand selbst zum Kunstwerk wird, oder skizzenhafte und sakral anmutende Bilder von Achra A. Adjindjal (Ukraine) – überall liessen sich die Besucher im Gedränge auch Zeit zu Fiachsimpeln.
In den hellen Palais-Räumen findet sich neben realistischeren Handy-Idyllen oder leckeren Süsswaren der Gruppe Multimoni (D) Efeuranken von Edite Grinberga (D) und Studien über Jägerhochsitze von Ulrich Harder (D), auch Kubistisches von Ernst Borer (CH) oder Olivio Travaglini (CH). Oder darfs ein etwas obszönes kartooneskes Gemälde von Andreas Rickert (D), ein gediegen blau stilisierter Akt von Richard Stumm (D) oder ein sanftes Stilleben von Piotr Malczewski sein? Vielleicht tuts auch eine gesichtslose Collage von Gina Pórtera (ESP) als originelles Weihnachtsgeschenk – denn Heiligabend steht bald vor der Tür.