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Solothurner Tagblatt vom 5. Januar 2004
Schluss im Kunst-Supermarkt Rekord: 3000 Bilder in 50 Tagen
Am Samstag ist der 4. Kunst-Supermarkt im Palais Besenvsal mit einem Rekord zu Ende gegangen: Verkauft wurden 3000 Bilder für rund 800'000 Franken. Der 5. Supermarkt soll in der Reithalle stattfinden.
Jede und jeder der 75 Frauen und Männer, die ihre Kunstwerke im 4. Kunstsupermarkt in Solothurn zeigten und verkauften, haben dort im Durchschnitt rund 5000 Franken eingenommen. Insgesamt wurden in den 50 supermärktischen Tagen seit Mitte November fast 3000 Bilder verkauft, wie Organisator Peter L. Meier am Samstag erklärte. Der Umsatz liege bei rund 800'000 Franken.
Daraus folgte erstens, dass der Kunst-Supermarkt unter all den Kunstausstellungen in der Schweiz "zu einem rechten Faktor" (Meier) geworden ist; und zweitens folgt daraus der oben erwähnte Durchschnittslohn der Bildlieferanten (der Erlös geht je hälftig an Kunstschaffende und Organisatoren). Peter Meier seinerseits verweist angesichts des Rekordumsatzes auf den hohen Aufwand, den er zu tragen habe, auf die 30'000 Franken für Verpackungsmaterial etwa. Aber natürlich: Der 4. Kunst-Supermarkt schreibt schwarze Zahlen.
Mehr verkauft als in Berlin
«Ein phänomenales Ergebnis», freut sich Meier, der den Markt im Namen seines Rothus Verlags durchführt. Im hiesigen Supermarkt wurden mehr Bilder verkauft, wurde mehr umgesetzt als in den Partner-Märkten Deutschlands, mehr als in Frankfurt, mehr als in Berlin.
«Am Anfang waren wir sehr unsicher», berichtet Meier, «schliesslich haben die meisten Galerien, wie man hört, schlecht verkauft. » Im Supermarkt aber war, auch in dieser Hinsicht alles anders. Meier erklärt sich das so: «Wahrscheinlich funktioniert unser Marketingkonzept besonders in schlechteren Zeiten gut. »
Deshalb nämlich, weil die Besucher dank des klaren Marketings genau wüssten, worauf sie sich einlassen, welche Preise sie zu gewärtigen haben.
So kamen die Käufer in Scharen, vor allem in den ersten beiden Wochen, in denen die Hälfte (!) des Umsatzes einging. An jedem Tag, so Meier, kamen mindestens 100 Leute und kauften im Tagesschnitt 250 Franken.
«Achtung! Der Kunst-Supermarkt gefährdet Ihre Kultur.»
Das Weihnachtsgeschäft, nebenbei nemerkt, zeitigt im Supermarkt nur negative Wirkung: Nie wurde so wenig verkauft wie an Heiligabend. «Kunst schenken ist halt heikel», resümiert Meier. Die gesamte Besucherzahl schätzt er auf 40'000. Was Meier dagegen sicher weiss, ist dies: «Es kamen verhältnismässig wenige Solothurner, der Rest kam aus der ganzen Schweiz.»
Markt gefährdet Kultur
Den Gesetzen der Kunstszene folgend, freuen sich nicht alle über den Erfolg des Kunst-Supermarkts. Peter meier geht damit, nach dem jetzigen Rekord-Markt erst recht, unverkrampft um: Die Tagblatt-Kolumne, in der Filmtage-Direktor Ivo Kummer jüngst «hämische und lächerliche Präsentation» der Bilder kritisierte, sowie den unfreundlichen Leserbrief von Martin Rohde, Verbandchef der hiesigen Kunstschaffenden, hat Meier beim Eingang des Supermarkts ausgehängt. Daneben steht weiss auf rot: «Achtung! Der Kunst-Supermarkt gefährdet Ihre Kultur.»
Damit dürfte einer der Slogans für den 5. Kunst-Supermarkt stehen. Er findet vom 18. November 2004 bis 8. Januar 2005 statt. Voraussichtlich in der Reithalle. Sie ist provisorisch reserviert, da das Besenval sollte es mit der Sminarmeile klappen nicht mehr zur Verfügung stehen wird. «Jedenfalls», so Meier «wollen wir in Solothurn bleiben.»
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