11. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 18. November 2010 bis 7. Januar 2011

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 18. November, 18 Uhr

Solothurner Zeitung vom 20. November 2003

Kunst, die dem Publikum gefällt

Kunst-Supermartk: Gestern Abend wurde die vierte Auflage im Palais Besenval eröffnet

Der Ansturm war wiederum riesig gestern Abend, als im Palais Besenval in Solothurn der vierte Kunst-Supermarkt eröffnet wurde. Fast 5000 Bilder von 75 Künstlern zwischen 99 bis 599 Franken sind im Angebot.

Noch kurz vor Eröffnung des vierten Kunst-Supermarktes im Palais Besenval herrschte Hektik. Es galt, Bilder, welche die Wände dekorieren und schmücken, auszuwählen, in einen passenden Rahmen zu stecken und sie schliesslich aufzuhängen. Peter-Lukas Meier, der Leiter des Kunst-Supermarktes, spurtet durch die Gänge, doch er ist zufrieden. «Die Qualität der Bilder ist von Jahr zu Jahr besser». An diesen aussergewöhnlichen Anlass im schweizerischen Kunst-Betrieb hat man sich wenigstens in der Region Solothurn - gewöhnt. «Wir wurden ja zu Beginn im Jahr 2000 ziemlich heftig kritisiert», sagt Meier. «Und auch heute noch macht aus der etablierten Solothurner Kunst-Szene noch niemand mit. Allerdings besuchen Künstler und auch Galeristen die Ausstellung und finden das Ganze doch nicht mehr so daneben».

Man weiss, was sich verkaufen lässt
Beim Durchsehen in die bereitgestellten Korpusse (pro Künstler ein Gestell) bekommt man den Eindruck, dass die Bilder «gefälliger» geworden sind, als noch zu Beginn des Kunst-Supermarktes. Gab es bei der ersten Auflage noch ziemlich viel «wilde» Kunst zu kaufen, hat es heute viel mehr Verkaufbares. Meier darauf angesprochen will diesen Eindruck nicht bestätigen, doch er räumt ein: «Möglich, dass es an der Auswahl-Jury liegt». Denn
natürlich weiss die Jury inzwischen was sich verkaufen lässt und was nicht.
Tatsächlich kommt der Kunst-Supermarkt beim Publikum an. «2000 verkauften wir 1200 Bilder, 2001 waren es 1500, im letzten Jahr 1800», freut sich Meier. «Wie es dieses Jahr laufen wird, ist ziemlich ungewiss. Von vielen Galeristen höre ich, dass die Geschäfte sehr schlecht laufen. Vielleicht erleben wir dasselbe, vielleicht aber auch gerade das Gegenteil, weil bei uns Kunst günstiger zu haben ist.» Auf jeden Fall sei es das letzte Mal, das der Kunst-Supermarkt im ideal gelegenen Palais Besenval stattfinden kann. «Die Suche nach einem neuen Ort läuft», so Meier. Eine fünfte Auflage soll es auf jeden Fall geben.
75 Künstler, hauptsächlich aus der Schweiz, Deutschland, Spanien, Russland, Frankreich und Österreich stellen insgesamt fast 5000 Bilder aus. «Das alles stellt einen Wert von ungefähr 1,5 Mio. Franken dar», erwähnt Meier. Rund die Hälfte der Mitmachenden war bereits ein- oder mehrere Male dabei. «Damit wird es interessant, die Entwicklung einzelner Künstler zu verfolgen», freut sich Meier. «Insgesamt ist die Qualität der Werke, vor allem diejenige der Künstler aus der Schweiz, gestiegen. Unser Ziel ist, dem Publikum eine spannende und abewechlungsreiche Auswahl zu bieten.»
Fast mit ein wenig «Schaudern» beschreibt Meier den jeweiligen Ansturm auf die Bilder in den ersten Stunden nach der Eröffngung der Austellung. «Mit wäre es manchmal lieber, die Kunden würden sich mehr mit einem Werk und dessen Künstler auseinandersetzten, als einfach vorbeizukommeb und einzupacken.» Tatsächlich eine unerwartete Aussage des Kunst-Supermarktes-Verantwortlichen. Doch wie heisst es doch bei Goethe: «...die Geister, die ich rief...»