11. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 18. November 2010 bis 7. Januar 2011

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 18. November, 18 Uhr

Solothurner Zeitung vom 18. November 2004

Kunst-Supermarkt
Dank neuem altem Standort mehr Kunst

Der 5. Kunst-Supermarkt hätte ab heute in der Reithalle stattfinden sollen. Wegen der Pause im Seminarmeile-Projekt ist er aber ins Palais Besenval zurückgekehrt. Die Folge: Das Angebot ist deutlich grösser.


Peter-Lukas Meier, Initiant des Kunst-Supermarkts, hatte schon lange damit gerechnet, in der Reithalle die fünfte Austragung des Anlasses vorzunehmen. Denn wäre es mit den «Seminarmeile»-Plänen zu keiner Verzögerung gekommen, würde derzeit im Palais Besenval, wo der Markt die letzen drei Male ausgetragen wurde, gebaut. Doch alles wurde anders. «Ich hatte die Reithalle fix gemietet und bis im August auch mit ihr gerechnet», so Meier. Dann aber wurde bekannt, dass das Palais an der Aare ungenutzt bleibt, «und wir konnten wählen.» Die Wahl fiel leicht. In der Reithalle hätte man die gesamte Infrastruktur für die Präsentation erstellen müssen – allem voran die Beleuchtung und die Heizung. «Es hat viele Faktoren, die unsicher sind», meint Meier. Im Palais Besenval aber hat man bereits Erfahrung für den Betrieb. Nun musste Meier nur noch einen «Nachmieter» für die Zeit in der Reithalle finden. Aber auch das konnte gelöst werden.

Gleich viel Kunst, weniger Platz
Damit aber waren die Nachwirkungen nicht ausgeräumt. Denn auch in der Grösse der Ausstellung hatte Peter Meier und sein Team und mit der Grösse der Reithalle gerechnet, «und sie hat die doppelte Fläche des Palais». Fazit: 93 Künstler mit weit über 6000 Werken müssten an der Aare untergebracht werden. In den Vorjahren waren es zwischen 52 und 75 Künstler. Und deshalb wird im Palais Besenval erstmals auch der erste Stock in Anspruch genommen. Ansonsten sei aber alles «gäng wie gäng», äussert sich der Geschäftsführer der «Rothus AG Grafik und Verlag». Das Spektrum an ausgestellter Kunst ist wie jeher sehr breit. Nach Ansicht von Meier lebt der Kuns-Supermarkt von der Menge an Werken, die viele Entdeckungen ermöglicht: «Es ist spannend, die Bilder durchzusehen.» Farbig, monochrom, gross, klein, gegenständlich, abstrakt... Dabei begegnet man auch aus früheren Kunst-Supermärkten bekannten Namen wie Beat Hofer (Rothrist), dem Deutschen Richard Stumm oder der Balsthalerin Judith Sauthier. «Künstler, die in den letzten Jahren gut angekommen sind», weiss Meier. Aber weiterhin wird auch experimentiert.

Erstmals auch Fotografien
Ihren Einstand im Angebot des Kunst-Supermarkts hat die Fotografie. Dieses Jahr nehmen erstmals vier Fotografen teil. «Es wäre mein Wunsch, mehr Fotografie zu zeigen.» Das spreche aber gegen die Idee des Kunst-Supermarkts. «Was in ihm gezeigt wird, sollte ein Unikat sein. Bei Fotografien und Abzügen ist das natürlich schwierig einzuhalten.» Aber Peter Meier will sehen, wie diese Art der Kunst bei den Kunden ankommt. Allenfalls leicht vom Konzept des Kunst-Supermarktes abweichen und Fotos integrieren? «Nein. Wenn es gut ankommt, würde ich eine Ausstellung mit Fotografien allein machen.» In den nächsten Wochen aber sind sie Teil des Supermarkts im ersten Stock. Bewusst haben Meier und sein Team auch ein paar bekannte Namen in die oberen Etage genommen. So gehen die Besucher eher in den im Rahmen des Markts noch unbekannten Teil des Hauses.

Konzept bleibt erhalten
Auf der anderen Seite hat Meier aber festgestellt, dass einige der Künstlerinnen und Künstler fast auf dem Weg zu einer «Materialschlacht» waren. Bei zwei Exponenten habe er intervenieren müssen, damit sie nicht zu aufwändige Werke herstellen. «Ein Materialwert von 400 Franken ist einfach zu viel für den Kunst-Supermarkt», begründet er. Uns so musste er ab und zu schon «sagen, wo es aus dem Ruder läuft» und versuchen einzudämmen. Schwierige Gespräche seien das, gibt Meier einen Einblick. Denn viele Künstler möchten sich bei dieser Gelegenheit profilieren. Dass am Konzept aber etwas geändert wird, schliesst der Organisator aus. Weiterhin soll es im Palais Besenval Kunst für 99 bis 599 Franken geben. Der allergrösste Teil sind Bilder. Wenige, kleine Skulpturen sind auch zu haben, mehr passe aber nicht ins Konzept.

Fabian Gressly